Costa Rica – die zentrale Pazifikküste

Ich starte meinen Reiseblog mit der zentralen Pazifikküste. Wieso? Weil ich hier ein zweites Zuhause gefunden habe. Ich kam im 2008 nach Costa Rica um Surfen zu lernen sowie auch Spanisch. Seit da bin ich mindestens einmal im Jahr “zuhause” und geniesse das Pura Vida. Es sind nun wohl an die 15 Mal, insgesamt etwa eineinhalb Jahre die ich in diesem einmaligen Land mit dem Pura Vida gelebt habe. Und auch dieses Mal wird es nicht das letzte Mal sein.
Wieso Costa Rica? Das habe ich schon öfter versucht zu erklären, ich scheitere jeweils kläglich, da ich mit Worten dem Land nicht gerecht werde. Es ist die Mischung vom Klima, der Natur, den Menschen, der Kultur was das Pura Vida ausmachen. Jeden Tag wird man aufs Neue von der Natur überrascht, sei es mit einem spektakulären Sonnenuntergang, mit perfekten Wellen, farbenfrohen Tieren oder einfach mit wunderschönen Landschaften. Für mich ist es ein tolles Land, ich habe schon viel gesehen aber so zuhause wie hier habe ich mich noch nie gefühlt. Ach und erwähnen dass ich dem Surfen verfallen bin seit dem ersten Tag muss ich hier wohl auch nicht. Meine Texte sind teilweise wellenlastig aufgebaut, für Nicht-Surfer sollte es aber trotzdem auch spannend sein. Einige der Reiseberichte sind bereits 9-jährig, das heisst, in der Zwischenzeit kann sich alles vollkommen verändert haben. Das habe ich bei einigen versteckten Orten miterlebt.

Nun geht es los mit dem ersten Teil des Costa Rica Blogs, viel Spass und Pura Vida Mae!

Playa Jacó

Jacó ist mein zweites Zuhause. Die einen sagen es ist eine hässliche Stadt, doch wer etwas länger bleibt, zweimal hinsieht und die Leute kennen lernt, für den ist Jacó ein tolles und abwechslungsreiches Dorf. Ein Ort mit wunderschönen, unentdeckten und ruhigen Plätzen. Jacó bietet Action für Jedermann, es wird einem nie langweilig und das Schlimme ist, die Zeit vergeht hier etwa doppelt so schnell wie an anderen Orten. Jacó bietet Wellen für alle, die das Surfen lieben oder erst beginnen es zu lieben. Am Nordende sind die Wellen grösser und stärker als am Südende und bieten ab und zu richtig schöne Brecher. Shopping, Flanieren, Velotouren, Bootsausflüge, Krokodiltrips oder Canyoning, alles wird angeboten und gibt Langeweile keine Chance.
7 km Strand laden zu langen Strandspaziergängen ein und es lohnt sich definitiv bis zum Ende des Strandes zu laufen. Im Norden, wenn man den kleinen Fluss überquert kann man bei Ebbe den Pelikanen beim Fischen zuschauen. An diesem kleinen Fleck Strand begegnet man eigentlich niemandem. Schwimmen ist mit Vorsicht zu geniessen da es einige Strömungen hat. In der Mitte des Strandes findet der grösste Trubel statt, vorallem am Wochenende, wenn die Städter eintreffen. Hier gehen teilweise richtige Strandpartys ab, Grillfeste und Fussballspiele. Im Süden hat es nicht viel ausser ein paar Häusern am Strand, Menschen trifft man auch da nicht viele an bei einem Spaziergang.

Surf
Und nun kommen wir zu den Wellen. Die Wellen sind kleiner als Hermosa und ein beliebter Strand bei Surfanfängern. Aber Achtung, die Wellen sollten nicht unterschätzt werden. Auch wenn sie teilweise klein und harmlos aussehen haben die Brecher ziemlich viel Wumms. Waschgänge sind vorprogrammiert und ins Lineup kämpfen während langen Sets nicht ohne. Am Ende eines Sets kommt auch gerne ein sogenannter Lineup-Cleaner, eine riesige Welle, die nur überwindbar ist wenn man sie früh genug sieht oder sattelfest im Duckdiven ist.
Der Strand bietet ca. sieben bis acht Spots wo es sich mehr als lohnt ins Wasser zu gehen. Im Süden sind eher die Surfschulen und Anfänger da die Wellen etwas ruhiger sind. Vor dem Morgans Cove beginnt dann die bessere Sektion, mit einer traumhaften, langen und dicken Left wenn der Swell stimmt. Die Left zieht sich bis zum Edificio Amarillo, dem grossen, hässlichen, gelben Hochhaus. Dort hat es die meisten und häufig auch die besten Surfer, Crowd Faktor mittelhoch. Vor dem Hochhaus kommen die linke und die rechte zusammen, mein persönlicher Lieblingsort, dort läuft immer etwas. Die rechte Welle vor dem Hochhaus, beginnend vor dem Rettungsschwimmerturm kann ebenfalls perfekt brechen wenn alles stimmt. Vor der Jaco Surf School von Gustavo gibts dank der Flussmündung auch immer Wellen, hier muss beim Ausstieg einfach die Strömung und die kleine Shorebreak beachtet werden. Weiter nördlich vor den weissen Häusern gibt es auch konstante Peaks, linke sowohl auch rechte. Zu guter letzt kommt das Claritas, benannt nach der Strandbar von Costa Rica’s Rasta Surfer Gilbert Brown. Dort fanden vor Kurzem die Surf Weltmeisterschaften statt.
Ein Dankeschön ist hier angebracht an meine lieben Freunde die ich während meiner Zeit „zu Hause“ kennen und schätzen lernen durfte.

Nun fahren wir 10 Minuten südlich.

Playa Hermosa – Weltklasse Wellen praktisch jeden Tag

Praktisch 365 Tage im Jahr sind hier einige der besten Wellen Costa Ricas vorhanden. Perfekte A-Form-Wellen mit schön dickem Bauch, regelmässigen Tubes und einer guten Geschwindigkeit brechen über ca. 10 km Küstenabschnitt. Doch nicht nur das Surfen ist weltklasse sonden auch der schwarze Sandstrand, Surfcontests und Schildkröten machen den Strand zu einem perfekten Chill-Place. Einige nette Restaurants und das legendäre Backyard (mittwochs beliebt) sind in Hermosa zu Hause und machen es zu einem beliebten Treffpunkt der ansässigen Surfer Szene. Das Schwimmen ist hier jedoch nicht empfohlen aufgrund der sehr starken Strömung und dem starken Wellengang. Trotzdem lohnt es sich allemal hier einen netten Tag zu verbringen. Las Olas, meine bevorzugte Strandbar bietet köstliche Smoothies an, mit frisch gepressten Früchten. Wer dem Trubel entweichen will findet hier garantiert mehr als ein Plätzchen für ein ungestörtes Sonnenbad. Der Schatten ist auch hier auf Abschnitte beschränkt, man findet aber immer etwas. Es gibt am Strand mehrere Abschnitte wo es unterschiedliche Wellen gibt. Angefangen bei las Terrazas, die Pointbreak bricht rund um kleine Felsen im Wasser und ist nicht ganz ungefährlich. Danach kommt Rancho Grande, Backyard – beides sehr powervolle Spots mit Weltklasse Wellen. Vor dem Backyard finden samstags jeweils die Contests statt. Vor einigen Jahren fanden an diesem Strand auch die Surfweltmeisterschaften statt. Nach einigen Hundert Metern kommt el Almendro, der Mandelbaum, einer meiner Lieblingsspots in der Hermosa. Es ist etwas leichter als die vorherigen Spots und vorallem hat es nicht so eine grosse Crowd.
Dann nach einigen Minuten mit dem Auto kommt la Curva, der Spot schlechtin wenn sonst überall etwas Unruhe herrscht. Auch einer meiner bevorzugten Plätze.
Bis Tulin habe ich es nie geschafft, die Croc’s haben mich aber auch davon abgehalten. Anscheinend ist die Welle durch bauliche Massnahmen in der Zwischenzeit beeinträchtigt worden.

Playa Herradura

Herradura ist ein kleines Fischerörtchen, welches leider von einem riesigen Hotel Los Sueños überschattet wird. Sie sind auch am Bau eines riesigen Hafens, wo die Luxusyachten anlegen können. Die kleine runde Bucht ist am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel der Ticos. Bäume und Büsche spenden entlang des Strandes ein wenig Schatten. Herradura ist einer der wenigen Strände entlang der Pazifikküste, welcher relativ ruhig ist und nur kleine Wellen hat.

Am Ende des Strandes, quasi nur mit Boot erreichbar liegt versteckt die Playa Escondida, welche zeitweise wunderschöne Wellen hervorbringen kann. Diese Left kann gross werden und macht perfekte Wellen – wenn der Swell stimmt. Am besten mit einem Fischer rausfahren, denn der Strand ist privat und ohne Einladung kommt man nicht hin per Land. Auf der anderen Seite von Herradura ist La Isla, diese Linke ist bei der richtigen Swell-Richtung auch eine Hammer-Welle, leider war ich selber nie dort sondern kenne es nur vom Hören-Sagen.

Playa Esterillos (Centro / Oeste)

Esterillos ist ein langgezogener Ort mit einem kilometerlangen Sandstrand. Der gesamte Küstenabschnitt Esterillos Oeste ist ein bekannter Ort zum Wellenreiten. Die Wellen sind vergleichbar mit Hermosa. Da Esterillos etwas weiter entfernt vom Touristenzentrum liegt, ist man nicht selten ganz alleine an einem perfekten Spot. Ein Auto ist hier unerlässlich.

Playa Bejuco

Playa Bejcuo ist ein langgezogener, ruhiger Strand etwas ausserhalb des Touristenblickfelds. Die Wellen sind grossartig und das Line Up praktisch leer. Wir hatten hier tolle Morgensessions, ganz alleine mit perfekten Wellen.
Und dann gibts einige Strände dazwischen, die ich namentlich nicht kenne und auch nicht dort war, bis nach Quepos. Und ab Quepos Richtung Süden kommt im nächsten Blog. Ich freu mich auf Dich. Pura Vida Mae!

Den nächsten Blog findest Du HIER

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